February 20, 2012

Concordia, Concorde, Titanic - Cassandra's warnings

UPDATE 20.02.2012: as the anonymous commentator below says, with the wreck of the Concordia, Cassandra may be reminding us in a whisper of what she shouted out 100 years ago with the Titanic, and, less obviously, with the Concorde disaster. But what else should we expect in our titanic world: for as much rhetoric about peace and harmony as there is today, titans are by their very nature not a concordant group - and when humanity becomes for a period titanic, then manifestations of egoism on a monumental scale are the result. These in turn can only ultimately result in disaccord and catastrophe. For those who have ears: Cassandra's warnings are only mild foreshadowings of what must come with the inevitable fall of the titans and what must happen to the human constructions and attitudes that follow the titanic model.

For those interested, this is all preeminently explained by F.G. Jünger in his Griechische Götter.

February 16, 2012

"Ich hätte wie Jünger gehandelt" - Volker Schlöndorff

Interview aus "Die Welt", 15.02.2012. Autor: Heimo Schwilk | 06:39


"Ich hätte wie Jünger gehandelt"
Volker Schlöndorff über seinen Film "Das Meer am Morgen", der die Geschichte einer Geiselerschießung zur Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich erzählt.

Als Volker Schlöndorffs Film "Das Meer am Morgen" erstmals beim Filmfestival in Biarritz gezeigt wurde, löste er beim Publikum Erschütterungen aus, es gab Tränen und danach stehenden Applaus. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Kommunisten Guy Môquet, der 1941, zur Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich, zu den 50 Geiseln gehörte, die nach einem Attentat auf einen deutschen Offizier zur Vergeltung erschossen wurden. Die Filmhandlung erhält eine pikante Note dadurch, dass Schlöndorff den Schriftsteller Ernst Jünger, von 1941 bis 1944 als Offizier im deutschen Militärhauptquartier in Paris tätig, auftreten lässt (gespielt von Ulrich Matthes). Jünger hatte auf Anordnung des Militärbefehlshabers von Stülpnagel eine Dokumentation der Geiselerschießungen verfasst und die Abschiedsbriefe der Hingerichteten übersetzt. "Das Meer am Morgen" wird bei der Berlinale außerhalb des Wettbewerbs gezeigt.

Aus "One Man's War" (La guerre d'un seul homme, 1983)  - von Edgardo Cozarinsky.


Die Welt: Herr Schlöndorff, was halten die Franzosen davon, dass ausgerechnet ein deutscher Filmregisseur die Geschichte der Geiselerschießungen erzählt?

Volker Schlöndorff: Es war ja ein französischer Journalist, der mir ein Buch zu diesem Thema gegeben hat mit der Bitte, ich soll etwas darüber machen. Ich war sofort emotional gepackt und habe entschieden, den Film zu drehen. Ich wollte die Geschichte allerdings erst einmal den Deutschen erzählen. So wie Marc Rothemund den Fall Sophie Scholl den Ausländern nahebringen wollte, so möchte ich, gerade als Partner des deutsch-französischen Senders Arte, den Fall des jungen Kommunisten Guy Môquet den Deutschen erzählen. Es gibt eine psychische Energie, die von starken Emotionen ausgeht, die sich dann im Film wiederfindet. Diese Energie hat die Lektüre des Buches bei mir ausgelöst.